Rundbrief  

Deutsche Rundbriefe 2017 - 2019

Oktober 2017

Liebe Freunde

Im letzten Rundbrief erzählte ich Euch von den bevorstehenden Wahlen, welche am 8. August stattgefunden haben. Das Resultat der Präsidentschaftswahl wurde vor dem höchsten Gericht von der Opposition angefochten und schliesslich für ungültig erklärt. Eine Neuwahl des Präsidenten wurde für den 26.Oktober angesetzt. Doch vor ein paar Tagen  hat der Oppositionsführer gerade angekündet, dass er seine Kandidatur zurückzieht. Deshalb weiss man nun wieder nicht, wie es weitergehen wird. Die Richter werden jetzt zuerst mal die Verfassung prüfen, bevor man mehr weiss. Doch alle bangen und hoffen, dass bald der Alltag wieder einkehrt. In manchen Städten finden häufig Demonstrationen statt, welche leider oft nicht friedlich ablaufen. Auch die Wirtschaft leidet schwer unter der Ungewissheit.

 

Neues aus Tigoni

 

Der kenianische Winter ist vorbei und die Sonne und die warmen Temperaturen sind wieder hier. Doch jedermann wartet sehnsüchtig auf Regen. Unser Rasen verliert langsam aber sicher seine satte grüne Farbe und die Pflanzen im Garten sind sehr durstig. Wobei wir froh sind, dass wir unseren Gemüsegarten und das Treibhaus bewässern können. Seit Juni ernten wir viele Tomaten aus unserem Treibhaus und im Gemüsegarten wachsen unter anderem Spinat, Kale, Grünkohl und Zucchini. Ein Avocado-Baum im Garten gibt uns zur Zeit auch viele reife Früchte. Die Kinder (und natürlich auch wir) essen mehrmals wöchentlich Avocados und das frische Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt besser als gekauftes. Als Maisha Mema-Buchhalterin bin ich froh, dass nicht alles eingekauft werden muss. Vor kurzem wurde auch eine unserer Kühe geschlachtet und das Fleisch eingefroren. Jetzt müssen wir längere Zeit kein Fleisch mehr einkaufen.

 

Im August hatten die Kinder vier Wochen lang Schulferien. Da die politische Situation etwas angespannt war, hat nur ein Mädchen ihre Verwandten besucht, die anderen Kinder verbrachten die ganzen Ferien bei uns. Die Sekundarschüler sind sehr verantwortungsbewusst und halfen auch fleissig im Haushalt und in der Küche mit. An einem Abend veranstalteten wir eine ‘Talent-Show‘. Die Woche zuvor wurden eifrig Lieder, Tänze und anderes eingeübt. Alle haben mitgemacht und es war ein bunter Abend mit viel Gelächter. Da die Kinder auch wussten, dass am Ende des Abends Preise vergeben würden, gaben alle ihr Bestes.    

 

An einem Samstag während den Ferien kriegten wir Besuch von Jugendlichen unserer Kirche und mehreren Sonntagschullehrer/innen. Es war ein schöner Tag, wo man sich bei Gesprächen, Gesang und Spiel besser kennenlernte. Natürlich durfte auch das Essen nicht fehlen; unsere Hausmütter kochten an diesem Tag für 120 Personen. Am Nachmittag wurden dann von den Kindern 100 Bäume in unseren Wald gepflanzt. 

 

Die meisten unserer Mädchen beantworten die Frage nach ihren Hobbys mit Singen und Tanzen. Für die Jungs ist es vorwiegend Fussball. Manche Kinder sagen Radfahren oder Baden. Doch wir haben einen Jungen, wenn ihr ihn nach seinem Hobby fragt, wird er Euch sagen, dass es gärtnern ist. Er hat ein Beet hergerichtet, wo er nun Gemüse und Blumen angepflanzt hat. Jeden Tag nach der Schule macht er einen obligatorischen Gang zu seinem Garten und giesst die Pflanzen. Am Wochenende verbringt er Zeit mit jäten und sind Besucher da, zeigt er ihnen stolz seinen Garten.   

 

Anfangs November finden, wie gewohnt, die Primarabschlussprüfungen statt. Hier in unserer Grossfamilie bereiten sich dieses Jahr fünf unserer Kinder auf diese Prüfung vor. Sie haben lange Schultage, denn sie müssen um 7h Uhr morgens in der Schule sein und kommen erst um 17.30h wieder heim. Abends sitzen sie oft bis um zehn Uhr vor ihren Büchern und machen Schulaufgaben. Kenianische Kinder müssen schon früh lernen, dass eine bessere Zukunft nur über gute Bildung und harte Arbeit zu erreichen ist. Auch ich verbringe viel Zeit in der Primarschule unserer Kinder. Nicht weil ich die Schulbank drücke, sondern weil ich letztes Jahr in den Elternrat der Schule gewählt wurde. Unter anderem werden in Sitzungen Noten erörtert, Probleme mit Lehrern und Kindern geklärt, Sanierungsarbeiten überwacht und Ausgaben genehmigt.

 

Jedes Jahr im Juni feiert man in Kenia den Tag des ‚afrikanischen Kindes‘. Dieses Jahr kamen wir mit mehr als fünfzehn  verschiedenen Kinderheimen aus der Umgebung zusammen, um diesen Tag gemeinsam zu feiern. Ein Umzug führte durch Limuru, wo über 1000 Kinder daran teilnahmen. Danach gab es verschiedene Darbietungen und Ansprachen. Sehr positiv an diesem Tag war, dass wir alle unser Umfeld für die Arbeit mit Kinder sensibilisieren konnten.

Neues aus Soweto

 

Es ist ein Kommen und Gehen im Clubhouse... Gerade diese Woche werden Kinder aufgenommen, die im Januar neu anfangen werden. Unsere Mitarbeiter gehen durch die ärmsten Viertel von Soweto und halten Ausschau nach Kindern, die nicht in der Schule sind. Sie treffen sich mit deren Verwandten, machen unzählige Hausbesuche und hören ganz viele traurige Geschichten der jeweiligen Schicksale. Danach folgt die sehr schwierige Aufgabe, davon 30 Kinder, die wirklich bedürftig sind, auszuwählen.

 

Doch dieses Jahr haben wir auch eine Anzahl junger Erwachsener, die ihre Ausbildung abschliessen. Im Oktober wird Eliza mit ihrer Ausbildung zur Köchin und Kellnerin fertig. Zwei junge Männer schliessen Ende Jahr ihre Ausbildung an der Uni ab. Zwei Mechaniker beenden Ende Jahr ihre Lehre. Zwei andere junge Erwachsene werden mit Betriebswirtschaft fertig und eine junge Frau macht gerade ein Praktikum in der Entwicklungsarbeit und wird bis Ende Jahr auch abschliessen.

Ein junger Mann schloss vor drei Monaten seine Ausbildung als Kameramann und Fotograf ab. Momentan macht er noch ein weiteres Praktikum, wo er mehr über die Beleuchtung lernt. In seiner Freizeit ist er immer mit seiner Kamera unterwegs und fotografiert Freunde und Bekannte. Damit verdient er sich etwas Taschengeld.

 

Die Arbeitslosenquote in Kenia ist extrem hoch. Die neusten Statistiken sagen sie liegt bei 40% und die jungen Leute sind am meisten davon betroffen. Doch wir hoffen, dass es unseren Jugendlichen gelingt, bald Stellen zu finden.

 

Auch dieses Mal lassen wir eine Volontärin aus der Schweiz, Jasmin Schulthess,  zu Wort kommen. Sie besuchte uns vor ein paar Monaten.

„Ich verbrachte einen Monat in Kenia bei der Maisha Mema Familie. Wie so vielen Besuchern, wuchsen mir die Kinder schnell ans Herz. Besonders eindrücklich war die Situation im Clubhouse. Das Clubhouse liegt in einem Slumteil, Soweto genannt, in der Nähe der Stadt Nairobi. Meine Tätigkeiten bestanden im Unterrichten und Drehen eines Kurzfilmes. Durch den Dreh bekam ich Einblick in den Alltag der Kinder innerhalb und ausserhalb des Clubhouses.

Die meisten Kinder wurden bereits im Slum geboren und kennen nichts anderes, als das Leben zwischen Wellblech, Staub, Hitze und lauter Musik. Für Menschen vom Lande ist die Stadt Nairobi die letzte Hoffnung auf Arbeit und Geld. Viele von ihnen landen jedoch im Slum und somit auch in einer Hoffnungslosigkeit. Häufig wohnen mehrere Personen auf engem Raum. Die Wellblechhütten bieten kaum Schutz. Es gibt keine Toiletten, keine Müllabfuhr und kein sauberes Wasser. Das sind alles schreckliche Umstände und ich war erstaunt, wie schnell ich mich daran gewöhnt hatte. Dies kann vielleicht das resignierte Verhalten vieler Menschen im Slum erklären.

Das Clubhouse bietet im Gegensatz zum Alltag einen sicheren Platz für die Kinder. Es ist das einzig solide gebaute Gebäude im Slumteil Soweto. Darin befinden sich neben einigen Schulzimmern ein Pausenhof und Essbereich. Es gibt Toiletten und Trinkwasser. Die Eltern/Verwandten der Kinder, die im Programm sind, werden in die Verantwortung miteinbezogen und einmal pro Monat zu einem bestimmten Thema geschult. Es war toll, diese gut funktionierende Zusammenarbeit zu sehen. Die Lehrpersonen haben die Kinder gerne und setzten sich für sie ein. Die Kinder kamen gerne zur Schule und waren wissensbegierig. Die Mitarbeiter des Clubhouse setzen alles daran, ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In vielen Fällen klappt dies, dank der Unterstützung von Maisha Mema.“

 

Der Maisha Mema Verein in der Schweiz hatte Anfangs September ein geschäftiges Wochenende. Am Samstag fand wie alle Jahre der ‚Ostermundiger Herbst-Märit‘ statt; der Verein ist jedes Jahr mit einem Stand vertreten. Am Sonntag fand in Zofingen ein Duathlon statt – ‚der Powerman‘. Durch einen Bekannten kam ich in Kontakt mit einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Nairobi. Dieser meldete sich dieses Jahr an, um beim Powerman in Zofingen mitzumachen. Jedoch absolvierte er die Rennstrecke rückwärts (!) – und er machte mit einem Maisha Mema Shirt Werbung für uns. (Ralf ist ein bekannter Rückwartsläufer, doch ich wusste bis vor ein paar Monaten gar nicht , dass es so einen Sport gibt… ). Der Maisha Mema Verein war auch mit einem Stand am Event vertreten und machte Öffentlichkeitsarbeit.  Es ist ein Vorrecht, dass Maisha Mema von so vielen verschiedenen Menschen, Kirchen und Gruppen Unterstützung erhält. Sei es ein runder Geburtstag, eine Hochzeits-Kollekte, eine Patenschaft, oder ein Beitrag an die Betriebskosten -  einfach ein herzliches Dankeschön an Euch alle für die Unterstützung!

 

Wir freuen uns auch immer, wenn wir von Euch hören. Und danken auch allen herzlich, die immer wieder im Gebet an uns, die Kinder und Maisha Mema denken!

 

Herzliche Grüsse,

Jonny und Marianne

 

 

 

Juli 2017

Liebe Freunde

Erneut musstet Ihr lange auf einen Rundbrief von mir warten. Aber nun sind die aktuellsten Neuigkeiten von uns und unserer Arbeit hier in Kenia da. Ich nehme mir vor, dass Ihr in Zukunft öfters von uns lesen werdet und an unserem Alltag und unserer Arbeit hier in Kenia teilhaben werdet.

Während Ihr Euch an sommerlichen Temperaturen erfreut, hält hier der Winter Einzug. In den letzten Monaten war Kenia und Ostafrika oft in den Nachrichten. Grund war eine anhaltende Dürre, die in vielen Teilen des Landes zu Hungersnöten führte. Wir leben in einem sehr fruchtbaren Teil des Landes, wo es öfters regnet. Ausser den Lebensmittelpreisen, die in den letzten Monaten wegen der Dürre rasant in die Höhe schnellten, merkt man bei uns wenig davon. Wir sind auch dankbar, dass wir unseren eigenen Brunnen und somit immer genug Wasser haben.

Auch in den nächsten Wochen wird Kenia öfters in den Schlagzeilen stehen, da am 8. August wieder einmal Wahlen anstehen. Jedermann erinnert sich noch an das Chaos, welches nach der Bekanntgabe der Resultate im Jahr 2007 entstand. Kenia ist ein Land mit über 46 Mio. Einwohnern, die sich aus 42 Stämmen zusammensetzen.

Diese Vielfalt an Stämmen führte im Jahr 2007 zu Stammesfehden, Hass, Tod, Zerstörung, Plünderung und sehr viel Elend. Zwei Monate lang bangte das Land um Ruhe und Frieden. Wir hoffen und beten, dass zehn Jahre später die Wahlen friedlicher ablaufen werden und die Politiker sowie die Bevölkerung aus ihren Fehlern gelernt haben.

Wir hoffen und beten, dass zehn Jahre später die Wahlen friedlicher ablaufen werden und die Politiker sowie die Bevölkerung aus ihren Fehlern gelernt haben.

 

Neues aus Soweto

Eine Geschichte, die Hoffnung macht. Von einem unserer Kinder, welches wir unterstützen, sowie seiner Mutter... Malu lebt mit seiner Mutter und drei Geschwistern im Soweto-Slum von Nairobi. Er ist der Jüngste in der Familie. Sein Vater verliess die Familie im Jahr 2011 und nahm sich eine andere Frau. Seitdem unterstützt er seine ehemalige Familie überhaupt nicht mehr und kümmert sich auch nicht mehr um seine Kinder. Von den Kindern war Malu am meisten betroffen, als sein Vater die Familie verliess. Er vermisst ihn auch noch heute sehr. Die ganze Familie lebt in einem einfachen Zimmer in Soweto. Die Mutter unterstützt ihre Kinder so gut sie kann.  Ende 2011 besuchten unsere Mitarbeiter die Familie und wir beschlossen Malu in das Maisha Mema Patenschafts-Programm aufzunehmen.

Malu mit Fred und Albert, zwei unserer Mitarbeiter in Soweto

Im 2012 wurde der Junge im Clubhouse auf den Schulbesuch vorbereitet und seit Januar 2013 geht er in die Kifaru Primarschule. Er ist jetzt in der fünften Klasse.

Nach der Schule findet man Malu im Clubhouse, wo ihm mit den Hausaufgaben geholfen wird. Am Samstag trifft man ihn auf dem Fussballfeld an, wo er gerne Fussball spielt.

Die Mutter arbeitet in einer kleinen Slum-Schule in Soweto. Zuerst half sie als unausgebildete Lehrerin bei den Vorschülern. Als man sie nicht mehr als Lehrerin einsetzen konnte, wurde sie in die Küche versetzt, wo sie für die Kinder Mitagessen kochte. Die Mutter war jedoch darüber frustriert, da sie merkte, wie gerne sie die Kinder unterrichtete. Sie ist eine der wenigen Mütter, die einen Sekundarschulabschluss hat und deren Kinder wir  unterstützen.

Sie kam zu unserer Sozialarbeiterin und erzählte ihr, wie gerne sie zurück in die Schule möchte, um selbst noch eine Ausbildung zu absolvieren. Doch ihre finanziellen Mittel reichen dafür nicht aus, da sie die alleinige Verantwortung für ihre ganze Familie hat. Deshalb suchten wir nach einer Lösung. Nach weiteren Gesprächen mit der Mutter, besucht sie nun seit April 2016 das Unity College, wo sie als Vorschullehrerin (Early Childhood Education Teacher) ausgebildet wird. Die Ausbildung (Diploma – Level), welche zwei Jahre dauert, aber nur in den Schulferien stattfindet, wird von Maisha Mema bezahlt. Im Dezember 2017 wird sie die Abschlussprüfung schreiben, welche vom Staat anerkannt ist. Während dem Quartal unterrichtet sie jeweils wieder in der Slum-Schule. Ihre Vorgesetzten haben gesehen, dass sie eine gute Arbeit macht und haben ihr sogar eine Gehaltserhöhung gegeben!

 

Neues aus Tigoni

Seit dem letzten Rundbrief hat sich einiges in unserer Grossfamilie verändert. Wie erwähnt, wurden Ende letzten Jahres fünf Kinder in ihre Familien zurückintegriert. Wir pflegen weiterhin mit allen Kontakt und finanzieren ihre Ausbildung. Seit August 2016 sind acht Kinder neu zu uns gekommen. Es sind Geschwister aus drei verschiedenen Familien – das älteste Kind ist elfjährig und das jüngste knapp vierjährig. Das Durchschnittsalter unserer Kinder ist dadurch gerade um ein paar Jahre gesunken und der Lärmpegel um einiges gestiegen.  Alle haben sich gut in die Grossfamilie integriert, neue Freunde gefunden und sich auch in einen geregelten Schulalltag eingelebt. Nur die Jüngste ist noch nicht in der Schule. Sie leistet uns allen tagsüber Gesellschaft.

Mit Abigael, unserer Jüngsten

Wie Ihr wisst, haben wir eine Vielfalt von Leuten, die uns in Kenia besuchen. Heute möchte ich Euch an ein paar Eindrücken einer Volontärin aus der Schweiz teilhaben lassen. Niemand ist zu alt, um Volontär zu sein, denn diese Volontärin wird in Kürze pensioniert. Sie hat sich wunderbar in unserer Grossfamilie eingelebt und alle schlossen die neue „Grossmutter“ sofort ins Herz. 

„Hinter dem Ausgang des Kenyatta Airports wartete auf mich ein lächelnder Chauffeur mit dem Schild Maisha Mema in der Hand. Die Fahrt nach Tigoni (2100 M.ü.M) dauerte eine gute Stunde. Leider konnte ich in der Dunkelheit nicht  viel von der Umgebung erkennen.

Der Torwächter und zugleich Gärtner (Joseph) zeigte mir am ersten Tag die Umgebung. Er hat um’s Haus einen herrlichen Park gestaltet. Da spriessen Rosen, Sonnenblumen, Astern, Margriten, Kalla, Erdbeeren, verschiedene Sorten Passionsfrüchte, Bananen, Avocado, usw..

Der Hausvater (Wakariuki) ist auch zuständig für das Gewächshaus, welches er mit grosser Begeisterung betreut. Dort wachsen zurzeit verschiedene Sorten Tomaten. Im Aussenbereich seines Gartens wachsen Spinat, Kohlköpfe, Kale, Kräuter und vieles mehr.

Am Montagmorgen erkundete ich die nähere Umgebung des Mädchenhauses. Auf einem betonierten Platz fand ich zwei Frauen, eingehüllt in mehrere Schichten Kleider und schwitzend am Wäsche waschen. Ein Berg von Wäsche wartete auf sie. Nachdem auch die anderen Volontärinnen zu uns kamen, haben wir dann alle geholfen. Auf diese Art habe ich noch nie Kleider gewaschen. Die Wasserbecken am Boden stehend, das kalte Wasser laufend auf einem kleinen Kohleofen erwärmt bis es lauwarm war, die Wäsche mit viel Waschmittel von Hand oder mit einer Bürste malträtiert. Das Ganze wurde 2x mit kalt gespült und pflotschnass auf eine Leine gehängt,  wo es nach 2 Tagen trocken wurde. 

Am Dienstag durften wir Volontärinnen mit der Hausmutter auf den Früchte und Gemüsemarkt fahren. Dies war eine neue Erfahrung. Zuerst Rucksack und Schuhe in die Reparatur bringen und danach Süsskartoffeln, Avocados, Papaya, Knoblauch, Bohnen, Ananas, Bananen, Süssigkeiten und Fleisch kaufen. All diese Sachen wurden unterwegs deponiert und am Schluss von Trägern zum Auto gebracht. Es wird in Maisha Mema grossen Wert auf gute Ernährung gelegt, weil das mithilft, Arztbesuche zu vermeiden.

An einem anderen Tag räumten wir Volontäre den ganzen Inhalt des Raumes mit den gespendeten Schul-, Mal- und Bastelsachen aus. Nach dem Sortieren, in Kartons versorgen und anschreiben kam, alles wieder hinein. Nun sieht es dort gut aus und wer etwas braucht, findet es. 

Am Samstag war grosser Waschtag. Ab der 4. Klasse lernen die Kinder, wie sie ihre Kleider waschen und aufhängen sollen. Es ist auch wichtig, regelmässig die Schuhe zu pflegen. Nachdem die Kinder alle Ämtli und den Hausputz erledigt hatten, konnte ich mit ihnen total 60 WC- Kartonrollen anmalen, um später einen Wandschmuck daraus zu gestalten. Sie hatten so den Plausch am Malen mit Wasserfarben, dass sie noch weitere schöne Zeichnungen malten. 

Meine letzten Tage hier verbrachte ich damit, dass ich zwei ganze Tage Kleider geflickt habe, lehrte wie Serviettentechnik funktioniert und zitterte ob die Sanierung der Hauptstrasse meine Abreise zum Flughafen mit dem Auto zulässt. Es hat alles prima geklappt. Die Herzlichkeit, Offenheit und Zuneigung der Maisha Mema Family habe ich im Herzen mit nach Hause genommen. Ich weiss jetzt schon, dass ich nicht das letzte

Mal in Tigoni war.“ 

Liebe Freunde, wir freuen uns immer, wenn wir von Euch hören, und danken allen herzlich, die uns im Gebet und  finanziell unterstützen!

Herzliche Grüsse,

Jonny und Marianne

 

 

Für ältere Rundbriefe, sehen Sie bitte unter

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